Akustik im Büro

Effiziente Lärmminderung

Lärmpegel und Arbeitsleistung stehen in engem Zusammenhang. Das gilt nicht nur für den medizinisch schädlichen Lärm in Werkstätten und Fabriken, sondern auch für störende Geräusche im Büro und an Bildschirm­arbeitsplätzen. Bei Lärmbelastung sinkt die Konzentrationsfähigkeit und die Fehlerhäufigkeit steigt. In Büros kommt es bei der Lärmminderung nicht nur auf eine Verringerung des Lautstärkepegels an, denn bereits leise Geräusche können hier als sehr störend – und damit als Lärm – wahrgenommen werden.

Akustische Beratungen und Bedarfsanalysen sowie Erstellen rechnerischer Prognosen über die vorhandene Nachhallzeit im Raum

Akustische Messungen durch vereidigte Gutachter

Planerische Umsetzung von Akustikmaßnahmen gemäß errechneter Prognosen bzw. Messergebnissen

Produktbemusterungen, Budgetierung und Umsetzung aller Akustik­maßnahmen

Lärm ist subjektiv

Für die Einordnung sind neben objekti­ven akustischen Faktoren, wie Lautstärke oder Intensität, auch subjektive Faktoren ausschlaggebend. Das Tosen eines Wasserfalls mit 80 dB wird anders wahr­genommen als eine gleichlaute viel befahrene Autobahn. Für eine als angenehm wahrgenommene Akustik in Büros sind vor allem drei Prinzipien entscheidend:

  1. Menschliche Stimmen und Arbeits­geräusche von anderen Arbeitsplätzen dürfen nicht störend übertragen werden.
  2. Vertrauliche Gespräche oder Telefonate sollten – in gedämpften Tonfall – am eigenen Arbeitsplatz ohne große Schwierigkeiten durchgeführt werden können.
  3. Geräusche von außerhalb des Büroraums und von technischen Geräten innerhalb des Büros dürfen nicht stören.

Akustikmaßnahmen müssen vielfältig und aufeinander abgestimmt sein

Je größer eine akustisch wirksame Fläche ist, um so mehr Schallenergie kann aufgenommen werden. Boden, Wand und Decke sind für Akustikmaßnahmen besonders geeignet. Doch nicht überall lassen sich Teppichboden oder perforierte Deckensysteme zur Dämpfung einsetzen. Deckensegel oder an Decken und Wänden montierte Akustikelemente bieten hier eine Alternative. Akustikwände am Arbeitstisch können die Schallübertragung zwischen den Arbeitsplätzen reduzieren. Sie wirken vor allem bei höheren Frequenzen. Für die Schalldämpfung tieferer Frequenzen muss das absorbierende Material dicker sein. Eine Möglichkeit sind akustisch wirksame, perforierte Schranktüren und -wände oder spezielle Akustikelemente. Entscheidend ist, dass die einzelnen Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und sich so sinnvoll ergänzen können.

Wirksamkeit von Schallabsorption

Die Schallabsorption ist am effektivsten, wenn die Materialstärke mindestens ¼ der Wellenlänge beträgt. Hohe Töne haben kurze Wellenlängen und werden gut von Stellwänden absorbiert.

Beispiel: 1.000 Hz (= 34 cm Wellenlänge) werden durch eine Stellwand mit 8 cm absorbiert (34 cm ÷ 4 = 8,5 cm).

Tiefe Töne haben längere Wellenlängen und können von Schränken oder speziellen Absorbern geschluckt werden. Eine bunte Mischung verschiedener Maßnahmen sorgt für gute Akustik.

Beispiel: 250 Hz (= 140 cm Wellenlänge) können durch einen Absorber mit 40 cm Tiefe absorbiert werden (140 cm ÷ 4 = 35 cm).

Akustik bereits bei der Planung berücksichtigen

Effiziente Lärmminderung fängt bereits an der Quelle an. Leise Geräte und das Aufstellen von Druckern, Kopierern oder Faxgeräten in separaten Räumen vermeiden unnötige Lärmbelastung. Sollen Arbeitsplätze besonders stark akustisch voneinander getrennt sein, müssen sie auch räumlich voneinander getrennt werden, zum Beispiel durch schalldämmende Glastrennwände. Akustische Belange und Anforderungen müssen also bereits bei der Grundrissplanung berücksichtigt werden.